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12-04-09 Thies Senegal

So das wird jetzt erst mein zweiter Blog auf meiner Senegalreise aber wahrscheinlich auch schon mein letzter. Das ich diesesmal so wenig zum schreiben kam, lag daran, dass ich hier nur sehr schwer ins Internet komme. In Thies gibt es noch nicht an jeder Ecke ein Internetcafe. Ich komm ins Netz ueber Notebooks die jemand aus meiner Gruppe dabei hat, aber die sind natuerlich auch immer besetzt!

 

Aber un zu meiner Reise! Stellt Euch mal vor Ihr habt all Euer Gemuese und Fleisch in der Sonne, 40° Grad, liegen, daneben lasst Ihr einen 30 Jahren alten Diesel laufen, den Muell den Ihr ueber 15 jahre produziert habt, liegt auch ueberall rum und Euere Kadaver sind natuerlich auch nicht in einer Kanalisation - all diese Vorstellung mischt ihr jetzt mal ganzstark zusammen und dann kommt Ihr langsam zu dem Geruch von Thies oder vllt. einfach von Afrika! Es ist der Wahnsinn wie es hier richt, sehr intensiv, etwas was wir aus D garnicht kennen! 

Seit meinem letzten Blog erlebte ich auf jeden Fall einiges! Die Zeit war natuerlich sehr anstrengend, deswegen konnte ich auch noch nicht alles so richtig verarbeiten, weil die Erlebnisse fuer die kurze Zeit ausgesprochen intensiv waren!

 

Gestern waren wir auf Safari. Das war im Endeffekt ein ganz nettes Rumgefahre wo man ein paar Viecher sah. Eine Fuehrung durch einen Urwald finde ich jetzt deutlich interessanter, nachdem ich mir den Vergleich bilden kann, da ich schon beides sah! Am Nachmittag fuhren wir dann in den Wallfahrtsort Bandia. Das ist mal eine ganz andere Nummer wie in Deutschland, riese Freilichttribuenen fuer die schier unendliche Zahl der Pilger sind dort bereitgehalten. Schoen ist das ganze nicht, aber alte Bausubstanz findet man hier nirgends, auch wenn mein Reisefuehrer meint, dass in Thies noch schoene alte Kolonialbauten sind. Die die noch aus dieser Zeit sind sind und waren noch nie schoen, nur sehr einfache weisse Haeuser. Die Haeuser aus der franzoesischen Zeit  sind aber auf jeden Fall die besten am Ort, neben den Glaspalaesten der europaeischen Banken!

Heute waren wir ausserhalb in einem Dorf, Fanden, das ist der Herkunftsort von dem Pfarrer der uns hier betreut. Seine Familie wohnt komisch! Im ganzen Dorf gibt es ein Haus mit fliesend Wasser und Strom ausser die Kirche! Die Brunnen sind zum Teil versiebt! Arbeit die ordentlich Geld bringt oder eine gute Subsistenzwirtschaft darstellt scheint es auch nicht zu geben! Daher muesste man eigentlich annehmen, dass man in Fanden hoechst bescheiden lebt! Sie hatten aber gemauerte Huetten, diese typischen Afrikahuetten mit Strohdach,  und die Moebel waren gut und ein grosses Haus fuer die Familie war im Bau! Woher nimmt solche eine Familie das Geld. Es gibt wahrscheinlich drei Quellen. Die erste ist die Tochter in Spanien, wie sie nach Spanien kam ist mir nicht bekannt, die andere ist die Tochter in USA, ihr Mann ist Amerikaner, Sohn eines ehemaligen Botschafters und die Dritte ist evtl. abgezweigte Spendengelder der kath. Kirche und von Privatpersonen, die der Priester empfaengt, da er auch Urlaubsvertretung in D macht!

 

Naja alles etwas komisch, aber das ist hier ehe alles. Ich koennte Euch zig Sachen erzaehlen, die aus D Perspektive pervers sind! Das beste Beispiel dafuer sind sicherilch die Autos die hier Fahren. Hier faehrt wirklich alles! Und im Schnitt sind die Autos um die 20 Jahre alt, natuerlich sehen die Mercedes noch am besten von den Rostlauben aus!

So jetzt hab ich keine Lust mehr, den Rest erzaehl ich Euch bei einem Bier!   

 

13.4.09 01:11
 


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