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NBG 04-04-09 (kurz vor dem Senegal)

So nicht mehr lange bin ich in Deutschland. In gut 11h breche ich nach Afrika auf. Der schwarze Kontinent er wird nun auch mich heimholen. Meine Reiseroute sind wie folgt aus:

 

05-04-2009

FRA -> LIS : 1330->1540

LIS -> DKR: 2200->0110

 

15-04-2009

 

DKR->LIS: 0210-0705

LIS -> FRA: 0835-1240

 

VON DKR (Dakar) geht es dann auf jeden Fall noch mal ca. 90km ueber irgendeine Sandpiste nach Thies. Das ist dann die Stadt in der ich die 10 Tage verbringen werde. Ganz europaeisch schlaf ich im Priesterseminar. Mir wird es also mal wieder an nichts fehlen, ausser ein einem richtigen afrikanischen Leben!

 

Naja ich hoffe, dass ich regelmaessig zum Schreiben komme. Ihr werdet es schon mitbekommen!

 

Gruss Clemens

4.4.09 16:04


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07-04-09 Thies - Senegal

Der Geruch nach Diesel, der Muell, das Chaos des Lebens, der Trubel auf den Strassen, die harten Kontraste des Lebens, all dass sind die Puzzelsteine des senegalesischen Lebens. Sie sind so anders, keiner von ihnen wuerde ans europaeische Lebenspuzzel passen auch wenn man haeuftig Einfluesse von Europa erlebt oder auch nur sieht.

 

In das Meer der afrikanische Einfluesse tauchte ich nach einer 24h Anfahrt von Deutschland nach Senegal ein. Mitten in der Nacht kamen wir am kleinen Hauptstadtflughafen von Dakar an. Schon der ausgesprochen oberflaechliche Eindruck vom Flughafen verkuendete mir unausweichlich, dass ich wo anders bin. Damals wusste ich noch nicht so recht zu begreifen, wass das "wo anders" bedeutet, aber um solaenger ich hierbin um so mehr weiss ich es zu begreifen. Es ist das was wir als afrikanisch definiere, oder besser gesagt als afrikanisch beschreiben!

 Was habe ich bisher erlebt, dass ich beginnen konnte das seneglesische Leben zu begreifen? Am 06-04 wurde am Vormittag das Programmbesprochen und es an die oertlichen Gegebenheiten angepasst. Von Deutschland ein Programm zu gestallten fuer ein komplett andere Welt ist schon eine etwas sehr komische Aufgabe!

Der Nachmittag wurde zur Stadtbesichtigung genutzt und somit zum totalen und ganz tiefen Eintauchen in die Stadt Thies. Unterwegs kamen wir an einer staatlichen Teppichgallery vorbei. Der Bau spricht Baende der afrikanischen Geschichte. Es ist ein Betonbaus aus den 70ern, der das emanzipationsbeduerfnis der Afrikaner zum Ende der Kolonialzeit beschreibt. Die Baurunie neben der Teppichgallery sagt aber leider auch ueber den Erfolg dieser notwenidgen Emanzipation aus. Bei Essen kommt mir oft die Frage ob wir Europaer eine eigenstaendige Entwicklung der Schwarzen ueberhaupt ermoeglichen, aber dazu spaeter! Die Werke der Teppichgallery schafften es schon bis ins UN-Quartier nach NY - sie wird von der Regierung gepuscht. Nach dem wir den Teppich in der Gallery nicht kauften ging es weiter zu einem Kunsthandwerkermarkt fuer Touristen - nur welche Touristen, so viel gibt es in Thies nicht zu sehen, was einen Auswaertigen anlocken wuerde, ausser ein ganz anderes Leben! Dort kaufte ich mir eine Trommel, mein erster afrikanische Wunsch ist also erfuellt! Auf dem Markt gab es den ueblichen GrimsGrams des schwarze Kontinents zu kaufen.

 Das Leben und die Zeit hier zu geniessen faellt mir einfach, welches ich meiner tollen Unterkunft zu verdanken habe. Mit dem bekannten Clemens-Dummbauer-extra-speziall-Dusel, kam ich mit 2 anderen in die Caritas. Der Rest der Gruppe schläft nicht in der Caritas sondern im Priesterseminar. Das Gaesehaus er Caritas ist der pure Luxus. Ich will nur folgendes aufzaehlen:

- Klimaanlage

- Ventilator

- eigenes Bad

- fliesendes Wasser

- 3 Steckdosen

- Moskitonetz

 

Das Essen welches fuer uns zubereitet wird ist auch ganz grossartig auch wenn man nicht immer weiss was man ist. Wenn man weiss, was man ist, dann kommt es aus Europa. Gestern bekamen wir zweimal Rindfleisch. Das Fleisch ist hier der absolute Luxus, die Tiere sind fuer den Sengal aus oekonimischer und oekologischer Perspektive einfach der Grau. Einmal gabs zu dem Rind ein Ruebchengemuesse aus der Dose und die kamen natuerlich aus Eurpopa....... ( Die Puenktchen bieten Platz zum Nachdenken)

 

 So das wars jetzt erstmal, machts gut!

7.4.09 16:34


12-04-09 Thies Senegal

So das wird jetzt erst mein zweiter Blog auf meiner Senegalreise aber wahrscheinlich auch schon mein letzter. Das ich diesesmal so wenig zum schreiben kam, lag daran, dass ich hier nur sehr schwer ins Internet komme. In Thies gibt es noch nicht an jeder Ecke ein Internetcafe. Ich komm ins Netz ueber Notebooks die jemand aus meiner Gruppe dabei hat, aber die sind natuerlich auch immer besetzt!

 

Aber un zu meiner Reise! Stellt Euch mal vor Ihr habt all Euer Gemuese und Fleisch in der Sonne, 40° Grad, liegen, daneben lasst Ihr einen 30 Jahren alten Diesel laufen, den Muell den Ihr ueber 15 jahre produziert habt, liegt auch ueberall rum und Euere Kadaver sind natuerlich auch nicht in einer Kanalisation - all diese Vorstellung mischt ihr jetzt mal ganzstark zusammen und dann kommt Ihr langsam zu dem Geruch von Thies oder vllt. einfach von Afrika! Es ist der Wahnsinn wie es hier richt, sehr intensiv, etwas was wir aus D garnicht kennen! 

Seit meinem letzten Blog erlebte ich auf jeden Fall einiges! Die Zeit war natuerlich sehr anstrengend, deswegen konnte ich auch noch nicht alles so richtig verarbeiten, weil die Erlebnisse fuer die kurze Zeit ausgesprochen intensiv waren!

 

Gestern waren wir auf Safari. Das war im Endeffekt ein ganz nettes Rumgefahre wo man ein paar Viecher sah. Eine Fuehrung durch einen Urwald finde ich jetzt deutlich interessanter, nachdem ich mir den Vergleich bilden kann, da ich schon beides sah! Am Nachmittag fuhren wir dann in den Wallfahrtsort Bandia. Das ist mal eine ganz andere Nummer wie in Deutschland, riese Freilichttribuenen fuer die schier unendliche Zahl der Pilger sind dort bereitgehalten. Schoen ist das ganze nicht, aber alte Bausubstanz findet man hier nirgends, auch wenn mein Reisefuehrer meint, dass in Thies noch schoene alte Kolonialbauten sind. Die die noch aus dieser Zeit sind sind und waren noch nie schoen, nur sehr einfache weisse Haeuser. Die Haeuser aus der franzoesischen Zeit  sind aber auf jeden Fall die besten am Ort, neben den Glaspalaesten der europaeischen Banken!

Heute waren wir ausserhalb in einem Dorf, Fanden, das ist der Herkunftsort von dem Pfarrer der uns hier betreut. Seine Familie wohnt komisch! Im ganzen Dorf gibt es ein Haus mit fliesend Wasser und Strom ausser die Kirche! Die Brunnen sind zum Teil versiebt! Arbeit die ordentlich Geld bringt oder eine gute Subsistenzwirtschaft darstellt scheint es auch nicht zu geben! Daher muesste man eigentlich annehmen, dass man in Fanden hoechst bescheiden lebt! Sie hatten aber gemauerte Huetten, diese typischen Afrikahuetten mit Strohdach,  und die Moebel waren gut und ein grosses Haus fuer die Familie war im Bau! Woher nimmt solche eine Familie das Geld. Es gibt wahrscheinlich drei Quellen. Die erste ist die Tochter in Spanien, wie sie nach Spanien kam ist mir nicht bekannt, die andere ist die Tochter in USA, ihr Mann ist Amerikaner, Sohn eines ehemaligen Botschafters und die Dritte ist evtl. abgezweigte Spendengelder der kath. Kirche und von Privatpersonen, die der Priester empfaengt, da er auch Urlaubsvertretung in D macht!

 

Naja alles etwas komisch, aber das ist hier ehe alles. Ich koennte Euch zig Sachen erzaehlen, die aus D Perspektive pervers sind! Das beste Beispiel dafuer sind sicherilch die Autos die hier Fahren. Hier faehrt wirklich alles! Und im Schnitt sind die Autos um die 20 Jahre alt, natuerlich sehen die Mercedes noch am besten von den Rostlauben aus!

So jetzt hab ich keine Lust mehr, den Rest erzaehl ich Euch bei einem Bier!   

 

13.4.09 01:11





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